Obacht geben!
In der letzten Januarwoche sind die Schneehöhen zwar wieder angewachsen. Starke Winde haben dabei allerdings die Lawinengefahr in Sachen Triebschnee deutlich erhöht.
Schneesituation
Endlich Neuschnee. Am Bayerischen Alpenrand sind zu Wochenbeginn oberhalb von etwa 1300 m im Allgäu immerhin 40 cm gefallen. Weiter im Osten fiel die weiße Pracht mit ca. 20 cm deutlich geringer aus. Trotzdem hat sich die Schneesituation auch dort an hochgelegenen Ausgangspunkten wie dem Spitzingsee verbessert, wo z.B. von der Rotwandreibn gute Verhältnisse gemeldet wurden.
Am Tiroler Alpenhauptkamm kamen verbreitet bis 50 cm Schnee herunter. Allerdings müsst ihr auch dort – wie fast überall - mit angeblasenen Gipfelrücken rechnen, da der Neuschnee mit viel Wind gefallen ist.
In der Schweiz waren die Neuschneesummen teilweise noch deutlich höher. Dort fielen von Sonntag bis Dienstag am Alpenhauptkamm vom Lukmanier- bis Berninapass und südlich davon sogar um ein Meter Neuschnee.
Lawinensituation
Für den gesamten deutschsprachigen Alpenraum wurde am Donnerstagmorgen eine erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3) oberhalb der Waldgrenze ausgegeben. Am Mittwoch lag die Gefahr in der Schweiz und in Österreich sogar noch bei Stufe 4.
Der oft viele Neu- und Triebschnee der letzten Tage liegt verbreitet auf einer ungünstigen, kantig aufgebauten Altschneeoberfläche. Schneebrettlawinen können bereits durch geringe Zusatzbelastung ausgelöst werden. Gefahrenstellen befinden sich im kammnahen und -fernen Steilgelände der Expositionen West über Nord bis Südost sowie in eingewehten Rinnen und Mulden.
Zum Wochenende hin soll die Triebschneegefahr langsam zurückgehen. Der Schweizer Lawinenwarndienst weist aber darauf hin, dass die Verhältnisse aufgrund des schwachen Schneedeckenaufbaus abseits der Pisten kritisch bleiben.
Wochenendwetter
Am Freitag ist es an Nordseite der Ostalpen stark bewölkt und es fällt bis über Mittag etwas Schnee. Inneralpin ist es zunächst oft sonnig, ganz im Südwesten aber auch bewölkt. Die Bewölkung breitet sich aus und es trübt überall ein. An der Alpensüdseite kommt später Niederschlag mit Schnee bis rund 1400 m. Die Nullgradgrenze liegt zwischen 1000 m und 1600 m.
Nördlich des Hauptkammes verläuft der Samstag bei föhnigen Verhältnissen freundlich. Am Hauptkamm und südlich davon stauen sich hingegen Wolken. Bei mäßigem Wind ändert sich wenig an den Temperaturen.
Am Sonntag scheint dann überall die Sonne. Bei schwachem Wind klettert die Nullgradgrenze auf 2000 m.
Fazit
Das kommende Wochenende birgt ein recht hohes Risiko. Denn die Kombination von schönem Wetter, Neuschnee und einer erheblichen Lawinengefahr ist statistisch gesehen ziemlich unfallträchtig. Von daher ist ein defensives Risikomanagement angesagt!
Am Alpenrand könnt ihr Ski und Snowboardtouren von hochgelegenen Ausgangspunkten unternehmen. Am meisten Schnee findet man in nordseitigen Hängen und Mulden. Auf südseitigen Hängen ist der Neuschnee teils schon wieder verschwunden. Oberhalb von 1500 Meter ist die Schneelage gar nicht mal so schlecht .
Aber oberhalb der Waldgrenze müsst ihr wirklich aufpassen. Deswegen kommen bei der Tourenplanung nur Ziele in Frage, die als vergleichsweise lawinensicher gelten.