Tückische Verhältnisse
Weiterhin ist im Hochgebirge eine oft problematischen Altschneeschicht von Triebschnee überdeckt. Dass dieser durch etwas Neuschnee schwerer zu erkennen ist, macht die Sache noch verzwickter.
Schneelage
Die eher geringen Neuschneemengen (bis etwa 10 cm) am Deutschen Alpenrand und in den Nordalpen haben die Skitourenbedingungen dort nicht wesentlich verbessert. Einmal mehr ist im Allgäu noch am meisten Schnee gefallen, so dass dort nordseitige Touren, die auf Forststraßen und Wiesenhängen verlaufen möglich sind. Gipfelrücken sind dort, wie fast überall aber oft abgeweht. In der Nacht auf Donnerstag sind am Alpenrand bis 10 cm Neuschnee dazugekommen.
Auch am Alpenhauptkamm ist die Schneelage weiterhin dürftig. Der Sellrainer und Lawinenexperte Lukas Ruetz beschreibt es in seinem blog vom Montag so: „Einige Skitouren sind in der Region aktuell gut machbar - viele Tourenziele sind aber nicht unter akzeptablem Risiko durchzuführen. Eisplatten, offene Bäche, Steine und ein heimtückisches Altschneeproblem schränken die Tourenmöglichkeiten stark ein.“
Gerade vereiste Passagen - die auch in den Bayerischen Alpen oft vorkommen - können sehr heikel sein. Im Umkehrschluss sind die Bedingungen fürs Eisklettern weiterhin recht gut.
Auf der Alpensüdseite gab es hingegen mehr Neuschnee. In den Dolomiten sind zu Wochenbeginn teilweise bis 30 cm Neuschnee gefallen.
Lawinenlage
Für Donnerstag wurde für weite Teile der Schweiz, für Vorarlberg, Tirol, Südtirol und das Bundesland Salzburg eine erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3) oberhalb von 2000 m ausgegeben. Nur im Deutschen Alpenraum wir die Lawinengefahr auch oberhalb der Waldgrenze als mäßig (Stufe 2 ) eingeschätzt.
In den Gebieten mit erheblicher Gefahr überlagert Triebschnee eine oft schwache Altschneedecke. Lawinen können vor allem an steilen West-, Nord- und Osthängen im schwachen Altschnee ausgelöst werden und mittlere Größe erreichen, dies bereits durch einzelne Wintersportler.
Vorsicht ist vor allem in Rinnen, Mulden und hinter Geländekanten sowie in windgeschützten Lagen geboten. Die Gefahrenstellen sind teils überschneit und schwer zu erkennen.
An der heiklen Situation soll sich in den kommenden Tagen wenig ändern.
Wochenendwetter
Der Freitag verläuft in den Ostalpen recht freundlich. Nachmittags ziehen im äußersten Westen wieder Wolken auf. Am Arlbergs kann es abends leicht schneien.Auf 2000 m liegt die Temperatur bei etwa -3°C.
Am Samstag setzt sich in der Westhälfte wieder recht sonniges Bergwetter durch. An den Alpenrändern liegt am Morgen vielfach zäher Hochnebel. Inneralpin ziehen wahrscheinlich harmlose, hohe Wolken durch. Das Licht wird phasenweise diffus aber die Sichten sind gut. Am Alpenostrand und im Nordosten überwiegen aber weiterhin die Wolken und Gipfel stecken in Nebel.
Am Sonntag stellt sich in den Nord- und Zentralalpen sonniges Bergwetter ein, nur zeitweise ziehen harmlose Wolkenfelder weit über den Gipfeln durch. Die Temperaturen gehen mit ca. -5°C auf 2000 m etwas zurück.
In den Westalpen sind in den kommenden Tagen mehr Wolken und am Freitag auch (eher leichte) Schneefälle zu erwarten.
Fazit
Der Winter macht es uns Skitourengeher*innen und Freerider*innen weiterhin nicht gerade leicht. Am Alpenrand und in den Nordalpen sind mit etwas Erfahrung aber durchaus nordseitige Skitouren von hochgelegenen Ausgangspunkten möglich. Diese müssen angesichts der aktuellen Situation als lawinensicher gelten.
Am Alpenhauptkamm machen wiederum viel begangene Touren wie Lampsenspitze oder der Rietzer Grieskogel (beides Stubaier Alpen) Sinn. Die vielen Aufstieg- und Abfahrtsspuren zerstören meist den schlechten Schneedeckenaufbau. In diesem pistenmäßig eingefahrene Hauptkorridor sind heraus schauende Steine zudem gut erkennbar.