23. - 25. 1. 2026

Warten auf Neuschnee

Die heikle Lawinenlage hat in den letzten Wochen zu einigen leider auch tödlichen Unglücken geführt. Mittlerweile hat sich die Situation in vielen – aber noch lange nicht allen - Gebieten entspannt. Ab Sonntag können wir auch in den Nordalpen auf etwas Neuschnee hoffen.

In hochgelegenen, windgeschützen Hängen kann man mit etwas Glück gesetzten Powder erwischen. Foto: JDAV/ Pröttel



Schneesituation

In Bayerischen Alpen ist die Schneelage weiterhin unterdurchschnittlich. Dennoch sind durchaus einige Skitouren, wie zum Beispiel das Dürrnbachhorn (1776 m/ Chiemgauer Alpen) von Seegatterl aus möglich. Man muss generell nordseitige Touren aussuchen, die zu Beginn auf Forststraßen verlaufen. Am meisten Schnee liegt nach wie vor in den Allgäuer Alpen.
Wer zu Fuß unterwegs ist, muss unbedingt Grödel oder Spikes mitnehmen, da viele Wege vereiste Passagen aufweisen.
Auch in den Nördlichen Kalkalpen, sowie am österreichischen und schweizerischen Alpenhauptkamm liegt weiterhin unterdurchschnittlich viel Schnee. Vor allem im Felsblockgelände muss man bei der Abfahrt sehr gut aufpassen. Dann sind Skitouren zum Beispiel rund um die Lizumer Hütte oder in den Stubaier Alpen durchaus möglich. Günstig sind wegen der oft schlechten Schneequalität pistenmäßig eingefahrenen Ziele wie z.B. die Lampsenspitze (2875 m/ Sellrain). Mit etwas Glück kann man unterhalb der oft abgewehten Gipfelbereiche noch gesetzten Pulverschnee erwischen. Wie letztes Wochenende beispielsweise auf der Abfahrt von Hohen Kopf (2373 m/ Tuxer Alpen) zur Weidener Hütte.
Auch die Spaltenzonen der Gletscher sind weiterhin unterdurchschnittlich eingeschneit. Felsgrate sind im Umkehrschluss oft verhältnismäßig schneefrei.

Lawinensituation

Am Schweizer Alpenhauptkamm, in der Ostschweiz, in Vorarlberg und im Westen Tirols herrscht weiterhin eine erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3). In allen anderen Regionen wird die Gefahr mittlerweile als mäßig (Stufe 2) eingeschätzt.
In den kritischen Gebieten bleibt die Schneedecke oberhalb von etwa 2000 m störanfällig. Dort ist die Altschneedecke insgesamt ungünstig aufgebaut. Innenliegende Zwischenschichten sind weiterhin teilweise nur mäßig bis schwach zueinander verbunden. Setzungsgeräusche und Rissbildungen bestätigen nach wie vor die Störanfälligkeit. Zudem können ältere Triebschneeansammlungen in schattseitigen Hochlagen teilweise noch störanfällig sein.
Auch in Gebieten mit mäßiger Gefahr können Trockene Schneebrettlawinen können stellenweise durch geringe Zusatzbelastung ausgelöst werden. Gefahrenstellen finden sich am Übergang von wenig zu viel Schnee, zum Beispiel bei der Einfahrt in Rinnen und Mulden.
Die Lawinengefahr nimmt weiter nur langsam ab.

Wochenendwetter

Am Freitag wird es an der Nordseite der Ostalpen leicht föhnig und es scheint zeitweise die Sonne. In den italienischen Ostalpen breiten sich Niederschläge mit einer Schneefallgrenze um 1200 m aus.
Am Samstag ziehen im Westen und Süden vormittags Wolken mit etwas Schneefall durch. Danach lockern die Wolken vorübergehend auf. Von den Kitzbühler Alpen ostwärts ist es föhnbedingt trocken und teils sonnig, allerdings um die Tagesmitte vorübergehend stärker bewölkt über Gipfelniveau. Die Nullgradgrenze liegt um 1800 m. Der Wind wird auf 2000 m bis zu 30 km/h stark.
Am Sonntag wird ebenfalls Wolkenstau und Neuschnee südlich des Hauptkammes erwartet. Auch der Hauptkamm steckt in Wolken, nördlich davon reißt die oft hohe Bewölkung föhnbedingt etwas auf. Vor allem im Westen könnte auch die Sonne einmal durchkommen. Bei mäßigem Wind gehen die Temperaturen etwas zurück.
In den Westalpen ist die gleiche Nord-Süd-Gegensatz des Wochenendwetters zu erwarten.

Fazit

Das Wochenende bringt nördlich des Hauptkammes zwar keinen strahlenden Sonnenschein, aber durchaus passables Tourenwetter. Fürs Skitourengehen braucht ihr nach wie vor gute Erfahrung, um die derzeit machbaren Touren zu finden. Zudem solltet ihr angesichts der eher schlechten Schneequalität und der vielen freiliegenden Felsen wirklich sicher auf euren Brettern stehen.
Ganz wichtig: Und auch in den Gebieten mit Lawinenstufe zwei müsst ihr im Hochgebirge unbedingt das Altschneeproblem im Hinterkopf behalten.
Größere Skihochtouren am Alpenhauptkamm dürfte das Wochenendwetter wohl eher nicht hergeben.