Die Jugend des Deutschen Alpenvereins und die Jungen Europäischen Föderalist:innen aus Österreich, der Schweiz und Deutschland setzen bei einem grenzüberschreitenden „Border Hike“ ein Zeichen gegen die Normalisierung der Binnengrenzkontrollen.
Bayern/Tirol, 10. September 2026 – Mit einem gemeinsamen „Border Hike“ entlang der deutsch-österreichischen Grenze haben junge Europäer:innen am Sonntag, 6. September, ein Zeichen für Personenfreizügigkeit und gegen die zunehmende Normalisierung von Kontrollen an den Binnengrenzen des Schengen-Raums gesetzt.
Organisiert wurde die Wanderung im Rahmen der europäischen Kampagne „Don’t Touch My Schengen“ von den Jungen Europäischen Föderalist:innen (JEF Europe und JEF Bayern) gemeinsam mit der Jugend des Deutschen Alpenvereins (JDAV) und Partnern aus Österreich. Die Teilnehmenden wanderten gemeinsam durch die deutsch-österreichische Grenzregion. Dabei wurde mehrmals die Grenze überquert, die innerhalb eines funktionierenden Schengen-Raums im Alltag eigentlich kaum noch wahrnehmbar sein sollte.
Doch genau diese europäische Errungenschaft gerät zunehmend unter Druck. Seit Jahren greifen Mitgliedstaaten immer wieder auf Kontrollen an den europäischen Binnengrenzen zurück. Maßnahmen, die ursprünglich nur als zeitlich begrenzte Ausnahme vorgesehen waren, drohen damit schrittweise zur politischen Normalität zu werden.
„Für unsere Generation ist es selbstverständlich geworden, europäische Grenzen zu passieren, ohne kontrolliert zu werden. Genau deshalb unterschätzen wir manchmal, was für eine enorme politische Errungenschaft der Schengenraum eigentlich ist.“, erklärt Simon Langebrake, Bundesjugendleiter der JDAV.
Der Border Hike war Teil eines dreitägigen Austauschs vom 5. bis 7. September im DAV-Haus Hammer in den Bayerischen Alpen. Neben der gemeinsamen Wanderung diskutierten die Teilnehmenden über die Geschichte der europäischen Reisefreiheit, aktuelle Entwicklungen im Schengen-Raum und die Bedeutung offener Grenzen für die europäische Integration. Dabei steht fest: Sicherheit und Migration sind gemeinsame europäische Herausforderungen und brauchen gemeinsame europäische Antworten. Die dauerhafte Wiedereinführung nationaler Grenzkontrollen innerhalb des Schengen-Raums kann kein Ersatz für funktionierende europäische Lösungen sein.
„Die Politik der deutschen Bundesregierung verspricht uns hier Scheinlösungen. Die Grenze in den Alpen macht sichtbar, wie absurd die Vorstellung ist, Europas Herausforderungen nur entlang nationaler Linien lösen zu wollen. Unsere Lebensrealität ist längst grenzüberschreitend. Wir brauchen deshalb mehr gemeinsame europäische Lösungen, die unsere Freizügigkeit schützen“, so Moritz Hergl, Präsident der JEF Europe.
Auch die EU-Kommission hat sich bereits gegen die einseitigen Maßnahmen ausgesprochen, die von mehreren Gerichten in Einzelverfahren bereits als nicht rechtmäßig eingestuft wurden. So unterstützt die EU-Kommission die “schrittweise Abschaffung und Aufhebung der Kontrollen an den Binnengrenzen”.
Mit der Kampagne #DontTouchMySchengen setzt sich JEF Europe europaweit gegen die dauerhafte Normalisierung von Binnengrenzkontrollen ein. Die Jungen Europäischen Föderalist:innen fordern die europäischen Regierungen auf, Schengen als eine der zentralen Errungenschaften der europäischen Integration zu schützen und zu einem normal funktionierenden Raum ohne systematische Kontrollen an den Binnengrenzen zurückzukehren.
Über die JDAV
Die Jugend des Deutschen Alpenvereins (JDAV) ist die Jugendorganisation des Deutschen Alpenvereins (DAV) und vertritt die Interessen 400.000 junger Menschen im Verband. Sie verbindet gemeinschaftliches Erleben in den Bergen mit Jugendverbandsarbeit, Bildung und gesellschaftlichem Engagement. Dabei setzt sich die JDAV unter anderem für Nachhaltigkeit, Vielfalt, Demokratie und ein solidarisches Miteinander ein.
Über JEF Europe
Die Jungen Europäischen Föderalist:innen sind eine überparteiliche politische Jugendorganisation, die sich für ein demokratisches, föderales und geeintes Europa einsetzt. Mit mehr als 10.000 Aktivisten und über 250 lokalen und regionalen Sektionen in 36 Ländern bringt die JEF junge Menschen aus ganz Europa zusammen, um für europäische Demokratie, Freizügigkeit, Rechtsstaatlichkeit und eine handlungsfähige Europäische Union einzutreten.
Pressekontakt
Moritz Hergl - JEF Europe
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